Was macht eine medizinische Fußpflegerin? Was hilft schnell gegen Fußpilz? Und ist der heimische Gebrauch eines Hornhauthobels wirklich so gefährlich? Die medizinische Fachangestellte und staatlich geprüfte Fußpflegerin und Kosmetikerin Tina Köhler vom DermoCosmetic Center Hamburg erklärt, worauf es bei einer professionellen Fußpflege wirklich ankommt. Seit Jahren kümmern sich Frau Köhler und ihre erfahrenen Kollegen um das Fundament ihrer Patienten – und stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite. 

FEETASTIC: Wie oft sollte man zur medizinischen Fußpflege gehen? Reichen zwei Besuche im Jahr?

Köhler: Nein, Sie sollten in jedem Fall regelmäßig zur medizinischen Fußpflege gehen. Allgemein empfohlen wird einmal im Monat.

FEETASTIC​: Manchmal gibt es ja auch Notfälle. Bei welchen Symptomen ist der Gang zur medizinischen Fußpflege sinnvoll?

Köhler: Bei Pilzerkrankungen, vor allem der Nägel. Dabei wird alles desinfiziert und sterilisiert. Das Personal ist geschult und erfahren im Umgang mit Pilzerkrankungen und auch Warzen, im Gegensatz zu den meisten kosmetischen Fußpflege-Einrichtungen. 

FEETASTIC​: Wie läuft bei Ihnen eine reguläre Behandlung ab?

Köhler: Zunächst heißt es entspannen! Der Patient wird mit einem Fußbad verwöhnt und dadurch angenehm auf die folgenden Schritte vorbereitet. Anschließend werden die Nägel gekürzt und gefräst und danach die Hornhaut mittels Schaber und Fräser entfernt. Und je nachdem, ob ein Pilz oder eine andere Erkrankung vorliegt, schreiten wir hierbei zur Tat. 

Übrigens: So können Sie ein Fußbad ganz einfach auch daheim zubereiten. 

FEETASTIC​: Was kann man selbst tun, was können nur Sie in der Praxis?

Köhler: Schneiden und feilen kann man selbst. Professionell fräsen nur in der Praxis. Die meisten Heimgeräte haben nicht die Power, die unsere Geräte in der Praxis haben. Zudem kommt man selbst nicht so gut an seine Füße heran.

FEETASTIC: Was kann man daheim tun, um Hornhaut möglichst schonend abzutragen?

Köhler: Die Haut erst aufweichen lassen. Dazu entweder ein Fußbad anwenden oder nach dem Baden oder Duschen mit einer Feile oder Bimsstein die Hornhaut entfernen. Hobel und Schaber werden aufgrund der Verletzungsgefahr für den Heimgebrauch nicht empfohlen.

FEETASTIC: Und wie kann man die Entstehung von Hornhaut vorbeugen?

Köhler: Tragen Sie kein zu enges Schuhwerk und cremen Sie Ihre Füße regelmäßig ein – am besten mit einer hochprozentigen Urea-Fußcreme.

Hornhaut
Oleg Malyshev/iStock

FEETASTIC: Verraten Sie uns die wichtigsten Tipps für die DIY-Fußpflege daheim.

Köhler: Es ist wichtig, die Füße immer gut abzutrocknen. Vor allem zwischen den Zehen, damit kein Pilz entsteht. Außerdem regelmäßig eincremen, damit keine Rhagaden (Risse) entstehen. Sie sollten die Nägel zudem mindestens einmal im Monat kürzen und überschüssige Hornhaut vorsichtig nach dem Baden oder Duschen entfernen – am besten mit einem Bimsstein oder einer Feile.

FEETASTIC: Was machen Sie, um Ihre eigenen Füße bei Laune zu halten?

Köhler: So oft es geht barfuß laufen! Und sich regelmäßig die Füße massieren lassen. Außerdem gönnen wir uns ab und zu eine Fußpflege bei der Kollegin.

FEETASTIC: Wie viel Prozent Ihrer Patienten sind Männer, wie viele Frauen?

Köhler: Es besuchen uns in etwa 45 Prozent Männer und 55 Prozent Frauen. Relativ ausgeglichen also.

FEETASTIC: Was sind die größten Stressfaktoren für die Füße?

Köhler: High Heels und allgemein das Tragen von zu engem Schuhwerk. Laufen Sie zwischendurch regelmäßig barfuß. Und auch Übergewicht kann die Füße zusätzlich stressen.

FEETASTIC: Frauen lieben hohe Absätze. Aber wie schädlich ist das Tragen von High Heels? 

Köhler: High Heels sind sehr schädlich! Für die Haut, das Fußgewölbe und alle Knöchelchen. Sogar die Muskulatur kann sich durch hohe Absätze verkürzen. 

FEETASTIC: Und was sind Ihre Lieblingsschuhe?

Köhler: In unserem Team tragen wir am liebsten Turnschuhe.

FEETASTIC: Welche Fußkrankheiten behandeln Sie am häufigsten?

Köhler/Melzner: Krankheiten der Haut und Nägel, aber auch zum Beispiel Erkrankungen des Fußgewölbes. Außerdem gehören Fuß- und Nagelpilz, Warzen, Hallux valgus (gestörtes Großzehengrundgelenk), Druckstellen (Hühneraugen) und Krallenzehen zu den häufigsten behandelten Fußkrankheiten.

FEETASTIC: Wie kann man Fußpilz am besten vermeiden? Verraten Sie uns drei SOS-Tipps bei Fußpilz.

Köhler/Melzner: Sie sollten die Füße immer trocken halten! Pilze mögen es feucht und warm. Im Hotel, Solarium, der Sauna, beim Sport und in Schwimmbädern nicht barfuß laufen. Meine Tipps: Füße jeden Tag waschen und sorgfältig trocknen, Baumwollsocken tragen, Handtücher, Bettwäsche, Socken und Schuhe desinfizieren und regelmäßig waschen – mit einem Hygienespüler.

Fußbad gegen Fußschweiß
OJO_Images/iStockphoto

FEETASTIC: Viele Menschen haben nicht nur im Sommer mit feuchten Füßen zu kämpfen. Was hilft wirklich gegen Schweißfüße?

Köhler/Melzner: Wer mit Schweißfüßen zu tun hat, sollte Baumwollsocken tragen und auf atmungsaktive Schuhe setzen. Außerdem sollten Sie so oft es geht barfuß laufen und auf eine gesunde Ernährung und Lebensweise achten. Ja, auch das spielt eine Rolle. Bei Schweißfüßen ist es auch besonders wichtig, jeden Tag die Füße zu waschen. Gönnen Sie sich auch gern regelmäßig ein Fußbad mit kaltem Wasser und Salbei.

FEETASTIC: Schwitzt eigentlich jeder Fuß?

Köhler/Melzner: Ja! Denn an den Fußsohlen befinden sich Schweißdrüsen. Unter dem Fuß kommen sie besonders zahlreich und am dichtesten am menschlichen Körper vor.

FEETASTIC: Wie kann man Blasen vermeiden und  behandeln?

Köhler/Melzner: Niemals zu enge Schuhe tragen und gefährdete Stellen gegebenenfalls mit einem Blasenpflaster schützen. Wenn Sie eine Blase haben, können Sie diese ganz vorsichtig mit einer sterilen Nadel aufpiksen und ausdrücken. Vorsicht: Nicht die Haut entfernen! Anschließend trocknen lassen und mit einem Pflaster schützen.

Vielen Dank, Tina Köhler. Das FEETASTIC-Team bedankt sich herzlich für das nette Gespräch.

Hier gelangen Sie zu weiteren Experten-Interviews. 

Hinweis zu medizinischen Beiträgen:

Artikel mit medizinischen Inhalten dienen ausschließlich zu Zwecken der allgemeinen Information. Sie sind nicht zur (Selbst-)Diagnose und Behandlung individueller Erkrankungen und medizinischer Indikationen geeignet. Insbesondere können sie die Untersuchung, Beratung oder Behandlung durch einen zugelassenen Arzt oder Apotheker nicht ersetzen. Eine Beantwortung individueller Fragen erfolgt durch die Artikel nicht.

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